8.9 KiB
Betriebsdokumentation – PDF Umbenenner
Zweck
Der PDF Umbenenner liest bereits OCR-verarbeitete, durchsuchbare PDF-Dateien aus einem konfigurierten Quellordner, ermittelt per KI-Aufruf einen normierten deutschen Dateinamen und legt eine Kopie im konfigurierten Zielordner ab. Die Quelldatei bleibt unverändert.
Voraussetzungen
- Java 21 (JRE oder JDK)
- Zugang zu einem OpenAI-kompatiblen KI-Dienst (API-Schlüssel erforderlich)
- Quellordner mit OCR-verarbeiteten PDF-Dateien
- Schreibzugriff auf Zielordner und Datenbankverzeichnis
Start des ausführbaren JAR
Das ausführbare JAR wird durch den Maven-Build im Verzeichnis
pdf-umbenenner-bootstrap/target/ erzeugt:
java -jar pdf-umbenenner-bootstrap/target/pdf-umbenenner-bootstrap-0.0.1-SNAPSHOT.jar
Die Anwendung liest die Konfiguration aus config/application.properties relativ zum
Arbeitsverzeichnis, in dem der Befehl ausgeführt wird.
Start über Windows Task Scheduler
Empfohlene Startsequenz für den Windows Task Scheduler:
- Aktion: Programm/Skript starten
- Programm:
java - Argumente:
-jar C:\Pfad\zur\Installation\pdf-umbenenner-bootstrap\target\pdf-umbenenner-bootstrap-0.0.1-SNAPSHOT.jar - Starten in:
C:\Pfad\zur\Installation(muss das Verzeichnis mitconfig\application.propertiesundconfig\prompts\enthalten)
Hinweis: Das „Starten in"-Verzeichnis ist das Arbeitsverzeichnis der Anwendung. Die Konfigurationsdatei
config/application.propertiessowie das Prompt-Verzeichnisconfig/prompts/müssen relativ zu diesem Verzeichnis erreichbar sein. Der JAR-Pfad in den Argumenten muss absolut oder relativ zum Starten-in-Verzeichnis korrekt angegeben sein.
Konfiguration
Die Konfiguration wird aus config/application.properties geladen.
Vorlagen für lokale und Test-Konfigurationen befinden sich in:
config/application-local.example.propertiesconfig/application-test.example.properties
Pflichtparameter
| Parameter | Beschreibung |
|---|---|
source.folder |
Quellordner mit OCR-PDFs (muss vorhanden und lesbar sein) |
target.folder |
Zielordner für umbenannte Kopien (wird angelegt, wenn nicht vorhanden) |
sqlite.file |
SQLite-Datenbankdatei (übergeordnetes Verzeichnis muss existieren) |
api.baseUrl |
Basis-URL des KI-Dienstes (z. B. https://api.openai.com/v1) |
api.model |
Modellname (z. B. gpt-4o-mini) |
api.timeoutSeconds |
HTTP-Timeout für KI-Anfragen in Sekunden (ganzzahlig, > 0) |
max.retries.transient |
Maximale transiente Fehlversuche pro Dokument (ganzzahlig, >= 1) |
max.pages |
Maximale Seitenzahl pro Dokument (ganzzahlig, > 0) |
max.text.characters |
Maximale Zeichenanzahl des Dokumenttexts für KI-Anfragen (ganzzahlig, > 0) |
prompt.template.file |
Pfad zur externen Prompt-Datei (muss vorhanden sein) |
Optionale Parameter
| Parameter | Beschreibung | Standard |
|---|---|---|
api.key |
API-Schlüssel (alternativ: Umgebungsvariable PDF_UMBENENNER_API_KEY) |
– |
runtime.lock.file |
Lock-Datei für Startschutz | pdf-umbenenner.lock im Arbeitsverzeichnis |
log.directory |
Log-Verzeichnis | ./logs/ |
log.level |
Log-Level (DEBUG, INFO, WARN, ERROR) |
INFO |
log.ai.sensitive |
KI-Rohantwort und Reasoning ins Log schreiben (true/false) |
false |
API-Schlüssel
Der API-Schlüssel kann auf zwei Wegen gesetzt werden:
- Umgebungsvariable
PDF_UMBENENNER_API_KEY(empfohlen, hat Vorrang) - Property
api.keyinconfig/application.properties
Die Umgebungsvariable hat immer Vorrang über die Properties-Datei.
Prompt-Konfiguration
Der Prompt wird aus der in prompt.template.file konfigurierten externen Textdatei geladen.
Der Dateiname der Prompt-Datei dient als Prompt-Identifikator in der Versuchshistorie
(SQLite) und ermöglicht so die Nachvollziehbarkeit, welche Prompt-Version für welchen
Verarbeitungsversuch verwendet wurde.
Eine Vorlage befindet sich in config/prompts/template.txt und kann direkt verwendet oder
an den jeweiligen KI-Dienst angepasst werden.
Die Anwendung ergänzt den Prompt automatisch um:
- einen Dokumenttext-Abschnitt
- eine explizite JSON-Antwortspezifikation mit den Feldern
title,reasoningunddate
Der Prompt in template.txt muss deshalb keine JSON-Formatanweisung enthalten –
nur den inhaltlichen Auftrag an die KI.
Zielformat
Jede erfolgreich verarbeitete PDF-Datei wird im Zielordner unter folgendem Namen abgelegt:
YYYY-MM-DD - Titel.pdf
Bei Namenskollisionen wird ein laufendes Suffix angehängt:
YYYY-MM-DD - Titel(1).pdf
YYYY-MM-DD - Titel(2).pdf
Das Suffix zählt nicht zu den 20 Zeichen des Basistitels.
Retry- und Skip-Verhalten
Dokumentstatus
Die folgende Tabelle beschreibt die persistenten Statuszustände der Dokument-Stammsätze in der SQLite-Datenbank. Diese Zustände sind nach Abschluss eines Verarbeitungsversuchs dauerhaft gespeichert.
| Status | Bedeutung |
|---|---|
READY_FOR_AI |
Verarbeitbar, KI-Pfad noch nicht durchlaufen |
PROPOSAL_READY |
KI-Benennungsvorschlag liegt vor, Zielkopie noch nicht geschrieben |
SUCCESS |
Erfolgreich verarbeitet und kopiert (terminaler Endzustand) |
FAILED_RETRYABLE |
Fehlgeschlagen, erneuter Versuch in späterem Lauf möglich |
FAILED_FINAL |
Terminal fehlgeschlagen, wird nicht erneut verarbeitet |
SKIPPED_ALREADY_PROCESSED |
Übersprungen – Dokument bereits erfolgreich verarbeitet |
SKIPPED_FINAL_FAILURE |
Übersprungen – Dokument terminal fehlgeschlagen |
Zusätzlich kennt das System den transienten Zustand PROCESSING, der während der aktiven
Verarbeitung eines Dokuments im Stammsatz gesetzt werden kann. Er wird nach Abschluss des
Verarbeitungsversuchs stets durch einen der obigen Zustände ersetzt und ist kein gültiger
Endstatus in der Datenbank.
Retry-Regeln
Deterministische Inhaltsfehler (z. B. kein extrahierbarer Text, Seitenlimit überschritten, unbrauchbarer KI-Titel):
- Erster Fehler →
FAILED_RETRYABLE(ein Wiederholversuch in späterem Lauf erlaubt) - Zweiter Fehler →
FAILED_FINAL(kein weiterer Versuch)
Transiente technische Fehler (z. B. KI nicht erreichbar, HTTP-Timeout):
- Wiederholbar bis zum Grenzwert
max.retries.transient - Bei Erreichen des Grenzwerts →
FAILED_FINAL
Technischer Sofort-Wiederholversuch:
Bei einem Schreibfehler der Zielkopie wird innerhalb desselben Laufs exakt ein Sofort-Wiederholversuch unternommen. Dieser zählt nicht zum laufübergreifenden Fehlerzähler.
Logging
Logs werden in das konfigurierte log.directory geschrieben (Standard: ./logs/).
Log-Rotation erfolgt täglich und bei Erreichen von 10 MB je Datei.
Sensible KI-Inhalte
Standardmäßig werden die vollständige KI-Rohantwort und das KI-Reasoning nicht ins Log geschrieben, sondern ausschließlich in der SQLite-Datenbank gespeichert.
Die Ausgabe kann für Diagnosezwecke mit log.ai.sensitive=true freigeschaltet werden.
Erlaubte Werte: true oder false. Jeder andere Wert ist ungültig und verhindert den Start.
Exit-Codes
| Code | Bedeutung |
|---|---|
0 |
Lauf technisch ordnungsgemäß ausgeführt (auch bei dokumentbezogenen Teilfehlern) |
1 |
Harter Start- oder Bootstrap-Fehler (ungültige Konfiguration, Lock nicht erwerbbar, Schema-Initialisierungsfehler) |
Dokumentbezogene Fehler einzelner PDF-Dateien führen nicht zu Exit-Code 1.
Startschutz (Parallelinstanzschutz)
Die Anwendung verwendet eine exklusive Lock-Datei, um parallele Instanzen zu verhindern.
Wenn bereits eine Instanz läuft, beendet sich die neue Instanz sofort mit Exit-Code 1.
Der Pfad der Lock-Datei ist über runtime.lock.file konfigurierbar.
Ohne Konfiguration wird pdf-umbenenner.lock im Arbeitsverzeichnis verwendet.
SQLite-Datenbank
Die SQLite-Datei enthält:
- Dokument-Stammsätze: Gesamtstatus, Fehlerzähler, letzter Zieldateiname, Zeitstempel
- Versuchshistorie: Jeder Verarbeitungsversuch mit Modell, Prompt-Identifikator, KI-Rohantwort, Reasoning, Datum, Titel und Fehlerstatus
Die Datenbank ist die führende Wahrheitsquelle für Bearbeitungsstatus und Nachvollziehbarkeit. Sie muss nicht manuell verwaltet werden – das Schema wird beim Start automatisch initialisiert.
Systemgrenzen
- Nur OCR-verarbeitete, durchsuchbare PDF-Dateien werden verarbeitet
- Keine eingebaute OCR-Funktion
- Kein Web-UI, keine REST-API, keine interaktive Bedienung
- Kein interner Scheduler – der Start erfolgt extern (z. B. Windows Task Scheduler)
- Quelldateien werden nie überschrieben, verschoben oder gelöscht
- Die Identifikation erfolgt über SHA-256-Fingerprint des Dateiinhalts, nicht über Dateinamen