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model: sonnet
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# AP06 – Bootstrap und CLI-Adapter
> **Meilenstein:** M1
> **Vorgänger:** AP05 ✅ erforderlich
> **Nachfolger:** AP07, AP09
> **Grundlage:** `docs/specs/technik-und-architektur.md` v5, §§ „CLI-Zuschnitt", „Laufzeit- und Betriebsmodell", „Gültigkeitsentscheidung und Exit-Codes", „Zeichensätze"
> **Entscheidungsprotokoll:** `docs/arbeitspakete/m1/E00-entscheidungsprotokoll.md` (E-05 fat JAR)
## Ziel
Die bestehende `AsvValidatorApplication` wird in zwei klar getrennte Verantwortlichkeiten zerlegt:
1. **Bootstrap** (`de.gecheckt.asv.bootstrap.Main`) — verdrahtet alle Komponenten manuell per Constructor Injection, ist der einzige `public static void main`
2. **CLI-Adapter** (`de.gecheckt.asv.adapter.in.cli.CliRunner`) — nimmt CLI-Argumente entgegen, ruft Application-Schicht auf, übersetzt Ergebnis in Exit-Code
Zusätzlich werden Exit-Codes spec-konform auf `0/1/2` umgestellt, ISO-8859-15 als Eingabe-Encoding eingeführt, und das Uber-JAR via `maven-shade-plugin` gebaut.
## Voraussetzungen
- AP03, AP04, AP05
## Scope IN
### Bootstrap (`de.gecheckt.asv.bootstrap.Main`)
- `public static void main(String[] args)`
- Verdrahtet manuell per Constructor Injection:
- `LoggingConfigurator`
- `CliRunner`
- Application-Service (in M1 noch Dummy-Pfad — Datei lesen, leeren `ValidationReport` zurückgeben)
- Ruft `CliRunner.run(args)` auf und gibt den Exit-Code an `System.exit` weiter
- Log4j2-Typen dürfen **nur** hier und in `adapter.out.logging` sichtbar sein
### CLI-Adapter (`de.gecheckt.asv.adapter.in.cli.CliRunner`)
- Methode `int run(String[] args)`
- Akzeptiert **genau ein Positionsargument**: Pfad zur Eingabedatei
- Bei 0 oder ≥ 2 Argumenten → Exit-Code `2`, kurze deutsche Fehlermeldung auf STDERR (vollständiger Minimalbericht kommt in AP08)
- Bei nicht existierender, nicht lesbarer oder nicht regulärer Eingabedatei → Exit-Code `2`
- Bei erfolgreichem Lauf ohne Spec-Fehler → Exit-Code `0`
- Bei erfolgreichem Lauf mit Spec-Fehlern → Exit-Code `1`
### Exit-Code-Konstanten
Konstanten **nur noch in einer Klasse** (z.B. `ExitCode` im Paket `adapter.in.cli`):
```java
public final class ExitCode {
public static final int VALID = 0;
public static final int INVALID = 1;
public static final int OPERATIONAL_ERROR = 2;
private ExitCode() {}
}
```
Die alten Konstanten (`EXIT_CODE_INVALID_ARGUMENTS=1`, `EXIT_CODE_FILE_ERROR=2`, `EXIT_CODE_VALIDATION_ERRORS=3`) werden **gelöscht**.
### Verdrahtung mit Befundmodell (AP05)
- `CliRunner` nutzt `ValidationReport.computeVerdict()` zur Exit-Code-Ableitung
- Im Bedienfehlerfall: `ValidationReport.operationalError(...)` → Exit-Code `2`
- Der eigentliche M1-Dummy-Pfad: Datei wird gelesen (ISO-8859-15), Bytes gezählt, leerer `ValidationReport` mit `fileName` und `timestamp` zurückgegeben. **Keine echte Validierung in M1.**
### Zeichensatz-Korrektur
Beim Einlesen der Eingabedatei wird **ISO-8859-15** verwendet:
```java
// Korrekt:
Charset iso = Charset.forName("ISO-8859-15");
// NICHT: StandardCharsets.UTF_8
// NICHT: Charset.defaultCharset()
```
JDK-21-Verfügbarkeit per Test belegen: Eine Datei mit Byte `0xA4` ergibt beim Einlesen das Euro-Zeichen `€`, weil `0xA4` in ISO-8859-15 auf Euro-Zeichen liegt.
### Uber-JAR via `maven-shade-plugin`
`maven-jar-plugin`-Platzhalter aus AP02 ersetzen durch `maven-shade-plugin`:
```xml
org.apache.maven.plugins
maven-shade-plugin
package
shade
de.gecheckt.asv.bootstrap.Main
*:*
META-INF/*.SF
META-INF/*.DSA
META-INF/*.RSA
```
`java -jar target/asv-format-validator-*.jar ` muss ohne `-cp` funktionieren.
### `.gitignore` — `logs/` ergänzen
`logs/` zum `.gitignore` hinzufügen (gemäß E-04 aus Entscheidungsprotokoll). Der statische Dateipfad aus AP04 wird nach AP07 durch dynamische Logdatei ersetzt.
## Scope OUT
- Berichtdatei und Log-Datei im Eingabeverzeichnis (AP07)
- Vollständiger Minimalbericht bei Exit-Code `2` (AP08)
- Entkopplung der Altlogik (AP09)
- Architekturtest (AP10)
## Schritte
1. `de.gecheckt.asv.bootstrap.Main` anlegen
2. `CliRunner` in `adapter.in.cli` anlegen
3. `ExitCode`-Konstantenklasse anlegen
4. `AsvValidatorApplication` schrittweise entkernen: Code wandert nach `CliRunner` und `Main`
5. Einlese-Encoding auf `Charset.forName("ISO-8859-15")` umstellen
6. `maven-shade-plugin` in `pom.xml` einbinden, `maven-jar-plugin`-Platzhalter entfernen
7. `logs/` in `.gitignore` ergänzen
8. Alle Tests die auf `AsvValidatorApplication` direkt zeigen auf `CliRunner` umziehen
9. `mvn clean package` — erzeugtes JAR mit `java -jar target/asv-format-validator-*.jar ` manuell prüfen
10. `mvn clean verify` grün bekommen
11. Abschlussbericht schreiben
## Abnahmekriterien
- [ ] `de.gecheckt.asv.bootstrap.Main` existiert und ist `Main-Class` des Uber-JAR
- [ ] `CliRunner` ist der einzige Ort mit CLI-Argument-Parsing
- [ ] Exit-Codes `0`, `1`, `2` sind definiert und spec-konform eingesetzt, kein Exit-Code `3` mehr erreichbar
- [ ] Test: Aufruf ohne Argument → Exit-Code `2`
- [ ] Test: Aufruf mit nicht existierender Datei → Exit-Code `2`
- [ ] Test: Aufruf mit leerer, lesbarer Datei → Exit-Code `0`
- [ ] Einlese-Encoding ist ISO-8859-15 (per Test belegt: Byte `0xA4` → `€`)
- [ ] `java -jar target/asv-format-validator-*.jar ` startet ohne `-cp`
- [ ] `logs/` in `.gitignore`
- [ ] Keine Log4j2-Typen außerhalb von `bootstrap` und `adapter.out.logging`
- [ ] `mvn clean verify` grün
- [ ] Abschlussbericht unter `docs/arbeitspakete/m1/berichte/AP06-bericht.md`
## Rest-Risiken und offene Punkte
- Der Dummy-Pfad (Datei lesen, leerer Report) ist bewusst dünn. Echte Parser-/Validator-Einbindung kommt in M3+.
- Nicht versuchen, in AP06 schon die alte Parser-/Validator-Kette mit dem neuen Modell zu verknüpfen — das ist AP09-Scope.
- `maven-shade-plugin` mit Log4j2 benötigt den `Log4j2PluginsCacheFileTransformer`, sonst werden Log4j2-Plugins nicht korrekt geladen.
## Bericht
`docs/arbeitspakete/m1/berichte/AP06-bericht.md` nach `docs/arbeitspakete/m1/templates/ap-bericht.md`.